In Verbannung geboren

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Jeder Krieg ist eine Tragödie. Tragödie für die betroffene Länder, Tragödie für die betroffenen Völker. Und das Ende des Krieges ist nur Anfang der neuen Geschichte – Geschichte der Nachkriegszeit mit unendlichen Fragen „Warum“, Weshalb“, Wozu“.

Auch die Kinder, die in der Nachkriegszeit zur Welt kommen, bauen sein eigenes Leben mit den Kriegserinnerungen der Familienmitglieder als Teil ihrer Identität auf.

Die traurige europäische Geschichte des XX. Jahrhunderts führte dazu, dass die Nachkriegsgeneration der seit Jahrhunderten in Russland lebenden Deutschen musste sich erneut nach 1945 identifizieren.

Diese Nachkriegskinder – unbewusst – waren der Suche nach Identität ausgesetzt, weil ihre Eltern – die schuldlos Schuldigen – zwangsumgesiedelt wurden und in einer fremden Umgebung mit unbegründeten Beschuldigungen konfrontieren mussten. Verstreut durch das weite Land, bauten sie gleichzeitig – sowohl Eltern als auch die Kinder – die Verständigungsbrücken zu den kulturellen Gemeinschaften, ein Teil deren sie jetzt waren.

Auch jetzt, nach der Umsiedlung nach Deutschland, geben sie ihre Erfahrungen bei Identitätssuche und ihr interkulturelles Kompetenz weiter. Viele von Ihnen sind bei verschiedenen Integrationsvereinen ehrenamtlich tätig, einige haben ihre eigenen Vereine gegründet, um eine effektive Hilfe den Bedürftigen zu leisten.

Bedauerlicherweise waren sehr viele hochgebildete, berufserfahrene Leute von den unglücklichen Umständen gezwungen, ihre Berufe aufzugeben, was für die meisten sehr schmerzhaft ist, da es einen sozialen Abstieg bedeutet.Unser Verein hat sich mit den Schicksalen der einigen Nachkriegskinder im Rahmen des landesweiten Projektes “Unsere Kindheit: In Verbannung geboren” befasst und die gleichnamige Broschüre herausgegeben. In dieser Broschüre sprechen die Betroffenen, die inzwischen zu der Großelterngeneration gehören, über ihre Kindheit, ihre Familie, ihr Leben in Russland und Deutschland.

Die Abschlussveranstaltung zu dem Projekt “Unsere Kindheit: In Verbannung geboren” mit der Präsentation der Broschüre fand am 01.08.2015 in Düsseldorf statt. In vollbesetztem Saal mit musikalischer Begleitung von Julia Fendrikowa (Klavier) und Chor “Echo der Heimat” (Düsseldorf) haben die Projektteilnehmer über ihre Mal bittere Mal süße Lebenserfahrungen berichtet, die von den Gästen mit der goßen Interesse aufgenommen wurden.

Der Vorstand des Vereins “Dialog+” e. V. bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten, Unterstützer, Kooperationspartner und Helfer und hofft auf die weitere erfolgsreiche Zusammenarbeit.

 

P.S. Die Broschüre kann man unter dialog-ev@gmx.de beantragen.

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